
Analyse: Wieder einmal wurden den Menschen Sand in die Augen gestreut – Kasachstan kann die Öl und Gasmengen gar nicht liefern – Weiteres Öl soll nun aus dem Kriegsland Aserbaidschan bezogen werden, doch da gibt es Hindernisse.
Im Freudentaumel über neue Gas- und Öllieferanten wurde die zweite Meldung der russischen Nachrichtenagentur ‚Interfax‘ bezüglich Kasachstan von den deutschen Medien weitestgehend unterschlagen. Schließlich gilt es ja zu verhindern, die politische Unfähigkeit offenzulegen. Aber wenigstens war das Redaktionsnetzwerk Deutschland «RND» so nett und hat die medialen Fake News ins rechte Licht gerückt.
Zitat: … Die Mengen, die im Westen durch den Verzicht auf russisches Öl wegfielen, könne Kasachstan nicht einfach so ersetzen, sagte der Energieminister der öl- und gasreichen Ex-Sowjetrepublik, Bolat Aktschulakow, am Mittwoch in der Hauptstadt Nur-Sultan. „Diese Möglichkeit haben wir nicht“, zitierte die russische Nachrichtenagentur Interfax den Minister…
Zudem verläuft die Gas-Pipeline aus Kasachstan durch Russland und die Ukraine. Wobei die Ukraine bereits im Juli 2022 so «nett» war, die Sojuz-Pipeline zu kappen, da diese durch die durch den Krieg betroffene Region Lugansk verläuft.
Dass die EU jetzt Öl aus dem Kriegsland Aserbaidschan beziehen will, spricht für die Verzweiflung, gleichzeitige Inkonsequenz und wahren Absichten der EU. Russland wird als Lieferant wegen des Krieges in der Ukraine ausgeschlossen. Aserbaidschan hingegen, das in den letzten Tagen das kleine Land Armenien angegriffen hat, wird auf den Sockel des zuverlässigen Lieferanten gehoben. Bravo! Geht noch mehr Inkonsequenz?
Aber auch hier steht die erforderliche Infrastruktur gar nicht bereit. Aserbaidschan hat keinen eigenen Zugang zum Meer. Eine Öl-Pipeline endet in Noworossijsk (Russland) am Schwarzen Meer. Die Lieferungen müssten demnach über Georgien erfolgen. Doch dort droht schon wieder das nächste Ungemach. So schreibt die Berliner Zeitung: «Lukoil (eine russische Öl-Gesellschaft) hat in den Monaten vor dem Krieg in der Ukraine weitere Investments in Aserbaidschan getätigt und ist unter anderem Mitbetreiber der Südkaukasus-Pipeline – die über den Southern Gas Corridor (SGC) die einzige Verbindung zwischen den Gasfeldern im Kaspischen Meer und der EU ist. Lukoil hat dem russischen Staat nach eigenen Angaben allein im Jahr 2019 etwa 200 Milliarden Dollar an Steuern überwiesen. Lukoil steht auf der US-Sanktionsliste und wird von der US-Regierung als Finanzier des russischen Krieges gegen die Ukraine gesehen.»
Die USA haben in den vergangenen Jahren und Monaten eindeutig bewiesen, dass sie kein Interesse daran haben, dass Europa Öl oder Gas aus osteuropäischen Ländern bezieht. Somit ist zu befürchten, dass auch die Gas bzw. Öllieferungen aus Aserbaidschan zukünftig unter US-Sanktionen fallen werden.
Auf dem Seeweg führt kein Weg an der Meeresenge am Bosporus vorbei, der durch die Türkei kontrolliert wird. Zum Leidwesen der EU orientiert sich die auch die Türkei um. Wie gestern bekannt wurde, will nach dem Iran nun auch die Türkei der SCO beitreten.
Die Türkei strebt die Mitgliedschaft in der von China geführten Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) an, da Präsident Recep Tayyip Erdogan versucht, Bündnisse mit befreundeten Ländern im Osten zu schmieden.
Erdogan machte diese Ankündigung, nachdem er am Freitag am SCO-Gipfel in Usbekistan teilgenommen hatte, wo er Gespräche mit führenden Politikern, darunter Chinas Präsident Xi Jinping und Russlands Präsident Wladimir Putin, führte. Eine erfolgreiche Bewerbung würde die Türkei zum ersten Mitglied der Nordatlantikvertrags-Organisation machen, das dem Block beitritt.
«Unsere Beziehungen zu diesen Ländern werden sich durch diesen Schritt deutlich verändern», sagte Erdogan über die SOZ, als er mit Reportern in der Stadt Samarkand sprach, wo der Gipfel stattfand, wie die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtet.
Fazit: Derzeit spricht alles dafür, dass sich die Staaten des Ostens ganz am Ende in Richtung Kooperation mit China, Russland, Indien und anderen Ländern orientieren müssen, sofern sie überleben wollen. Die Zunahme von Staaten in der SOC oder der Wirtschaftsunion BRICS, sind das beste Beispiel dafür.
Die USA verfügen über eigene Ressourcen, doch Europa schaut seinem grandiosen Abgang von der internationalen Wirtschaftsbühne entgegen. Allen voran das bisherige Herz Europas, Deutschland. Wobei sich alle einig sind, fällt Deutschland, dann fällt auch Europa. Doch es zeigt auch, wie verblendet die USA sind. Sie schneiden sich ins eigene Fleisch. Ein schwaches Europa wird kaum zur Stärkung der USA beitragen können. Da sowohl finanzielle als auch wirtschaftliche Ressourcen fehlen werden. Somit sägen sich die USA selbst den Ast ab, auf dem sie sitzen.
Am Ende wird der Osten der große Gewinner sein und der Westen der eindeutige und unwiderrufliche Verlierer. Daran wird auch der Krieg in der Ukraine nichts ändern. Sie ist das Opferlamm einer US-Geopolitik, die jetzt schon zum Scheitern verurteilt ist. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den USA zu zeigen, dass Europa erwachsen geworden ist. Jedenfalls wäre das zwingend erforderlich, soweit es überleben will.